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Deutsche Lyrik reloaded

Cover_ClassicRocks Junge Musiker interpretieren Klassiker der deutschen Lyrik auf ihre ganz eigene Art
und zeigen auf beeindruckende Weise, dass junge Menschen auch heute
noch einen Zugang zu klassischen Werken finden können.


Die Themen sind zeitlos: Natur und Liebe, Freude und Neid aber auch Vergänglichkeit und Tod. Alle Sängerinnen und Sänger besuchen die Liebfrauenschule Mülhausen (zum Zeitpunkt der Aufnahmen in den Jahrgangsstufen 6 bis 12). Aaron, Adam und Abel Lovac
Die Gedichte und deren Aussagen werden im Laufe der ersten Wochen des Jahres 2012 vom Linguisten und Historiker Andrés Ehmann einer näheren Betrachtung und Analyse unterzogen. Wer an deutscher Lyrik und den geschichtlichen Zusammenhängen interessiert ist, sollte also in Kürze noch einmal auf dieser Seite vorbeischauen.

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An sich

Hörbeispiel:

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Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren!
Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid,
vergnüge dich an dir und acht es für kein Leid,
hat sich gleich wider dich Glück,
Ort und Zeit verschworen.

Was klagt, was lobt man doch?
Sein Unglück und sein Glücke
ist ihm ein jeder selbst.
Schau alle Sachen an:
dies alles ist in dir. Laß deinen eitlen Wahn

Text: Paul Fleming (1609-1640)
Musik: Classic Rocks © 2011

Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren;
nimm dein Verhängnis an. Laß alles unbereut.
Tu, was getan muß sein, und eh man dir's gebeut.
Was du noch hoffen kannst,
das wird noch stets geboren.

und eh du fürder gehst,
so geh in dich zurücke.
Wer sein selbst Meister ist
und sich beherrschen kann,
dem ist die weite Welt und alles untertan.


Interpreten: Sophie Karth, Alisha Delelis, Aaron Lovac

Über die Interpreten
Sophie Karth und Alisha Delelis besuchen beide dieselbe Klasse der Liebfrauenschule Mülhausen. Sophie singt hier die erste Strophe, Alisha die zweite Strophe, die Leadvocals am Schluss stammen von Aaron Lovac. Sophie und Alisha haben bereits ein Jahr zuvor bei den Aufnahmen zur Neuen Liedersammlung mitgewirkt. Aaron hat bei den meisten Liedern unseres Lyrik-Album Schlagzeug gespielt, bei diesem Titel saß allerdings Sina Doering hinter den Drums (Sina und Aaron haben sich auch bei den Songs zu Rap, Rock & Learn die meisten Drum-Parts geteilt.). Das geschmackvolle Solo-Piano hat Jakob Stauber gespielt (s.u.)

Zum Hintergrund und Interpretation des Gedichts
Aus Gründen der besseren Darstellung in der Übersetzung, der Text liegt auch auf Spanisch, Französisch, Italienisch und Englisch vor, werden die Zeilen hier etwas "unbarock" umgebrochen. Tatsächlich handelt es sich um ein für den Barock typisches Sonett, also zwei Quartette (Vierzeiler) und zwei Terzette (Dreizeiler):

An sich (Paul Flemming, 1609 - 1640)

Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren!
Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid,
Vergnüge dich an dir, und acht es für kein Leid,
Hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.

Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren,
Nimm dein Verhängnis an, lass alles unbereut.
Tu, was getan sein muss, und eh man dirs gebeut.
Was du noch hoffen kannst das wird noch stets geboren.

Was klagt, was lobt man doch? Sein Unglück und sein Glücke
Ist sich ein jeder selbst. Schau alle Sachen an:
Dies alles ist in dir. Lass deinen eitlen Wahn,

Und eh du fürder gehst, so geh in dich zurücke.
Wer sein selbst Meister ist, und sich beherrschen kann,
Dem ist die weite Welt und alles untertan.


Paul Flemming gilt als einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Barockdichtung und das Sonett folgt thematisch, metrisch und in Bezug auf das Reimschema 100 prozentig den Vorstellungen des Barock, entspricht also den Vorstellungen von Martin Opitz, die dieser in seineim Werk "Buch von der deutschen Poeterey" dargelegt hat.
Das Versmaß ist der Alexandriner, ein sechhebiger Jambus (Folge betonte/unbetonte Silbe), der "männlich", also auf der betonten Silbe, oder "weiblich", also auf der unbetonten Silbe enden kann. In der Mitte ist eine Zäsur. (Die Tontragenden Silben sind blau.)

Sei dennoch unverzagt! Gib dennochunverloren!
Weich keinem Glücke nicht, steh her als der Neid

Die zwei Quartette haben einen umfassenden Reim (ABBA), bei den zwei Terzetten reimen jeweils die zweite und dritte Zeile, die jeweils erste Zeile der zwei Terzette sind durch einen Reim miteinander verschränkt.

Das Gedicht hebt an mit einer Aufforderung, "Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren!", die nur sinnvoll ist, wenn eine bestimmte negative Grundstimmungn des Lesers vorausgesetzt wird. Diese Grundstimmung kann man voraussetzen, denn das Gedicht wurde während des dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) geschrieben, einem Krieg, dem, auch durch die in seinem Gefolge auftretenden Seuchen und Hungersnöte, in manchen Landstrichen 2/3 der Bevölkerung zum Opfer fielen. Unter diesen Auspizien erscheinen allerdings die drei zentralen Themen der Barockdichtung, carpe diem ("Vergnüge dich an dir"), memento mori ("Und eh du fürder gehst, so geh in dich zurücke") und vanitas ("Lass deinen eitlen Wahn"), die auch in diesem Gedicht thematisiert werden, weniger als eine bewusst gewählte Weltanschauung, als eine Darstellung der Alternativlosigkeit und eines verständlichen, aber philosophisch fragwürdigen, Fatalismus. Verse der Art "Hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen", delegieren Missstände prinzipiell in das Reich des Unverständlichen, nicht Steuerbaren. Diese Ansicht dürfte falsch sein. Das Chaos wird in der Regel systematisch organisiert, Glück, Ort und Zeit spielen hierbei nur eine geringe Rolle, insbesondere kann der Dreißigjährige Krieg wohl kaum als eine Ereignis betrachtet werden, das durch widrige Zeitenläufte quasi notwendigerweise hervorgerufen wurde.
Der Einwand, dass ein literarisches Werk aus seiner Zeit heraus zu verstehen ist, sticht im übrigen nicht, bzw. ist zu präzisieren. Ein literarisches Werk wird dann aus seiner Zeit heraus verstanden, wenn der Abstand zur Jetztzeit dargestellt wird. Indem der ideengeschichtliche Fortschritt zwischen der Zeit eines literarischen Werkes und der Jetztzeit dargestellt wird, wird mehr über eine Epoche gesagt, als durch die Wiedergabe der Selbstwahrnehmung der jeweiligen Epoche. Die Differenz zu etwas zeigt uns die Einzigartigkeit eines Phänomens, nicht der Vergleich eines Phänomens mit sich selbst. Ein Wink mit dem Zaunpfahl soll nicht fehlen: Der Vergleich und das Abmessen des Abstandes, setzt auch mehr Erfahrung und größeres didaktisches Geschick voraus, als die schlichte Darstellung der Selbstwahrnehmung einer Epoche. Nein, der Autor kann keiner einzigen Aussage dieses Gedichts zustimmen.  (Andrés Ehmann)

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Die Stadt

Hörbeispiel:

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Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn' Unterlass;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
Am Strande weht das Gras.

Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.

Text: Theodor Storm (1851)
Musik: Classic Rocks © 2011

Interpret: Adam Lovac



Adam Lovac

Über die Interpreten
Adam ist einer der 3 Lovac-Brüder und er hat seit 2010 bereits bei einigen unserer Projekte mitgewirkt (u.a. Die Neue Liedersammlung, Meisterwerke deutscher Lyrik, Nursery Rhymes Collection u.v.m.). Auf unserem Lyrik Album singt Adam von allen Mitwirkenden die meisten Lieder. Das Video (links) zeigt ihn zusammen mit seinen Brüdern (Konzertmitschnitte aus 2010). Ihre erste Band lalala haben die drei Lovac Brüder gegründet, als der jüngste Bruder Abel 9 Jahre alt war. Die Trompete wurde gespielt von Peter Kalff, alle anderen Instrumente von Mike Wilbury.


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Früh im Wagen

Hörbeispiel:

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Es graut vom Morgenreif
In Dämmerung das Feld,
Da schon dein blasser Streif
Den fernen Ost erhellt;

Man sieht im Lichte bald
Den Morgenstern vergehn,
Und doch am Fichtenwald
Den vollen Mond noch stehn:


Jule

So ist mein scheuer Blick,
Den schon die Ferne drängt,
Noch in das Schmerzensglück
Der Abendnacht versenkt.


Dein blaues Auge steht,
Ein dunkler See vor mir,
Dein Kuss, dein Hauch umweht,
Dein Flüstern mich noch hier.

An deinem Hals begräbt
Sich weinend mein Gesicht,
Und Purpurschwärze webt
Mir vor dem Auge dicht.

Die Sonne kommt; - sie scheucht
Den Traum hinweg im Nu,
Und von den Bergen streicht
Ein Schauer auf mich zu.

Text: Eduard Moerike (1846)
Musik: Classic Rocks © 2011

Interpretin: Jule Heenen

Über die Interpreten
Jule Heenen besucht dieselbe Jahrgangsstufe wie Sophie, Alisha und Sina. Jule spielt auch Klavier, so dass sie sich bei ihren Auftritten selbst begleitet. Auch Jule war bereits bei den Aufnahmen zur Neuen Liedersammlung dabei. Auch bei diesem Song hat Sina das Schlagzeug übernommen.
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Rastlose Liebe

Hörbeispiel:

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1. Dem Schnee, dem Regen,
Dem Wind entgegen,
Im Dampf der Klüfte,
Durch Nebeldüfte,
Immer zu! Immer zu!
Ohne Rast und Ruh!

2. Wie - soll ich fliehen?
Wälderwärts ziehen?
Alles vergebens!
Krone des Lebens,
Glück ohne Ruh,
Liebe, bist du!





Text: Johann Wolfgang von Goethe (1776)
Musik: Classic Rocks © 2011

Interpretin: Sophie Karth

3. Lieber durch Leiden
Möcht ich mich schlagen,
Als so viel Freuden
Des Lebens ertragen.
Alle das Neigen
Von Herzen zu Herzen,
Ach, wie so eigen
Schaffet das Schmerzen!
Sophie

Über die Interpreten
Sophie interpretiert Goethes Text auf ihre ganz eigene Weise. Die Oberstimme hat Jule Heenen beigesteuert. Die explosiven Drums stammen von Aaron Lovac. Mike Wilbury hat wie bei allen Songs des Albums auch hier die Gitarrenparts eingespielt. Das nicht ganz ernst gemeinte Video (links) zeigt einige seiner durchaus verschiedenen Seiten.
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Ode an die Freude

Hörbeispiel:

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Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium!
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
was die Mode streng geteilt,
alle Menschen werden Brüder,
wo dein sanfter Flügel weilt.

Text: Friedrich Schiller (1786)
Musik. Ludwig van Beethoven (1824, aus der 9. Sinfonie)

Bearbeitung: Classic Rocks © 2011
Interpreten: Adam und Aaron Lovac

Wem der große Wurf gelungen,
eines Freundes Freund zu sein,
wer ein holdes Weib errungen,
mische seinen Jubel ein!
Ja, wer auch nur eine Seele
sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer's nie gekonnt, der stehle
weinend sich aus diesem Bund!



Über die Interpreten
Adam und Aaron Lovac singen und spielen die bekannte Europahymne hier auf ihre ganz eigene Weise. Diese frische Version des Klassikers hat es auch auf die Startseiten der Deutsch-Portale von infos 24 geschafft ( www.curso-de-aleman.de, www.german-grammar.de www.allemand-online.de www.tedesco-online.de. ) und markiert gewissermaßen den Beginn der linguistisch / musikalischen Zusammenarbeit zwischen der infos24 GmbH und dem Musiker-Netzwerk ClassicRocks. Aaron Lovac hat bei dieser Version auch die Drums eingespielt.
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Im Nebel

Hörbeispiel:

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1. Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum gleicht dem andern,
Jeder ist allein.

Alisha

2. Voll von Freuden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war,
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

3. Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise.
Von allen ihn trennt.

4. Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Text: Hermann Hesse (1908)
Musik: Classic Rocks © 2011

Interpretin: Alisha Delelis

Über die Interpreten
Alisha Delelis singt diese gefühlvolle Ballade. Auch sie wirkte bereits bei der Neuen Liedersammlung mit, die etwa ein Jahr zuvor entstanden war. Sina spielt bei dieser Aufnahme das Schlagzeug (sie war zum Zeitpunkt der Aufnahmen 11 Jahre alt). Das Klavier wurde von Jakob Stauber eingespielt (s.u.), Musiklehrer an der Liebfrauenschule Mülhausen, Leiter des Gospelchores Voices und herausragender Pianist.
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Loreley

Hörbeispiel:

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Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldnes Haar.
Sie kämmt es mit goldnem Kamme,
Und singt ein Lied dabey;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodey.

Text: Heinrich Heine (1824)
Musik: Classic Rocks © 2011

Interpretin: Jule Heenen

Den Schiffer, im kleinen Schiffe,
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh'.
Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Loreley getan.
Jakob Stauber

Über die Interpreten
Das Lied wird gesungen von Jule Heenen. Herausragend ist auch hier wieder der gefühlvolle Pianopart von Jakob Stauber. An dieser Stelle noch einmal unser Dank für seine Unterstützung!
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Nähe des Geliebten (Ich denke dein)

Hörbeispiel:

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Mat Williams


Text: Johann Wolfgang von Goethe (1795)

Musik: Classic Rocks © 2011
Interpret: Adam Lovac

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt:
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh' ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir; du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O, wärst du da!

Über die Interpreten
Die Gesangsaufnahmen zu diesem Titel entstanden am selben Tag wie die Aufnahmen zu Freude schöner Götterfunken (s.o.). Auch hier hat Adam Lovac wieder die Leadvocals übernommen. Ebenso außergewöhnlich in dieser Version ist die irische Fiddle, die Mat Williams beigesteuert hat. Mat Williams hat auch alle Geigenparts auf den beiden Nursery Rhyme Collections übernommen und auf der Neuen Liedersammlung. Der Multi-Instrumentalist spielt ausserdem noch Gitarre, Mandoline, Banjo, Irish Whistle, Keyboards und vieles mehr - sobald bei uns irgendetwas nach Folk klingt, dann steckt mit großer Wahrscheinlichkeit Mat dahinter. Derzeit arbeiten wir zusammen an einem traditionellen English / Irish Folk Album, das in Kürze ebenfalls auf der Plattform ClassicRocks veröffentlicht wird..
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Die Nachtigall

Hörbeispiel:

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Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

Sie war doch sonst ein wildes Kind;
Nun geht sie tief in Sinnen,
Trägt in der Hand den Sommerhut
Und duldet still der Sonne Glut
Und weiß nicht, was beginnen.

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

Sophie

Text: Theodor Storm (1885)
Musik: Classic Rocks © 2011
Interpretin: Sophie Karth

Über die Interpreten
Ein klarer Fall für Sophie. Wer sonst hätte diesen Titel singen können? Sina Doering hört man erneut am Schlagzeug.

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Der Panther

Hörbeispiel:

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Abel Lovac

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

Text: Rainer Maria Rilke (1902)
Musik: Classic Rocks © 2011
Interpret: Abel Lovac

Über die Interpreten
Die verschiedenen musikalischen Beiträge der Lovac Brüder ziehen sich wie ein roter Faden durch unser Lyrik-Album. Hier hat mit Abel Lovac der jüngste der 3 Brüder die Leadvocals übernommen. Aaron spielt hier die Drums. Auch Abel besucht ebenso wie seine beiden Brüder und alle anderen jungen Mitwirkenden die Liebfrauenschule in Mülhausen.

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Dr. Faust

Hörbeispiel:

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Da steh ich nun ich armer Tor
Wohin soll ich gehen?
Und bin so klug als wie zuvor
Ich will es endlich verstehn
Dass ich erkenne was die Welt
In endloser Zeit
Im inneren zusammenhält
Bin ich zu allem bereit

Meine Ruh ist hin mein Herz ist schwer
Ich finde sie nimmer und nimmermehr

Mein armer Kopf ist mir verrückt,
Mein armer Sinn ist mir zerstückt.
Sein hoher Gang, Sein' edle Gestalt,
Seines Mundes Lächeln, seiner Augen Gewalt,
Und seiner Rede Zauberfluß,
Sein Händedruck, und ach, sein Kuss!




Text: Freie Bearbeitung nach der Vorlage von Johann Wolfgang von Goethe durch Classic Rocks © 2011
Musik: Classic Rocks © 2011

Es ist ein gar unschuldig Ding
W o kommt sie her?
Das wegen nichts zur Beichte ging
Und ich will soviel mehr
Sie ist so sitt- und tugendreich
Ssie zieht mich in ihren Bann
Und etwas schnippisch doch zugleich
Sie lächelt mich an

Meine Ruh ist hin mein Herz ist schwer
Ich finde sie nimmer und nimmermehr

Oh Augenblick verweile doch
Du bist so schön
O glücklich wer noch hoffen kann
Musst du wirklich schon gehen?
Beim Himmel dieses Kind ist schön
Mehr noch als Gold
So etwas hab ich nie gesehn
Doch schon immer gewollt

Mein Ruh ist hin mein Herz ist schwer
Ich finde sie nimmer und nimmermehr

Interpreten: Adam Lovac, Sophie Karth

Über die Interpreten
Goethes Faust ist geballter Rock'n'Roll. Hier kommt alles auf den Tisch, was die Menschen im Kern bewegt. Adam und Sophie haben die Aufgabe übernommen, diesem alten Text neues Leben einzuhauchen. Das Ergebnis ist ein außergewöhnliches Duett, umso außergewöhnlicher, wenn man das Alter der Interpreten berücksichtigt (zum Zeitpunkt der Aufnahmen waren beide 13 Jahre). Am Bass hört man übrigens Abel Lovac, die Gitarrenparts stammen wie üblich von Mike.
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Am Strande

Hörbeispiel:

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Adam Lovac

Vorüber die Flut.
Noch braust es fern.
Wild Wasser und oben Stern an Stern.

Wer sah es wohl,
O selig Land,
Wie dich die Welle Überwand.

Noch braust es fern.
Der Nachtwind bringt
Erinnerung und eine Welle
Verlief im Sand.

Text: Rainer Maria Rilke
Musik: Classic Rocks © 2011

Interpret: Adam Lovac

Über die Interpreten
Mike Wilbury dieses Mal am Piano, Adam Lovac am Mikrofon.
Mehr braucht dieses Lied nicht.
Das Video links zeigt, wie die Lovac Brüder üblicherweise klingen. Der Song Shipwrecked aus dem Video wurde zusammen mit 11 weiteren eigenen Songs auf dem ersten Album der Lovac Brüder veröffentlicht (2011):

lalala - Teenage Queen


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Der Abend

Hörbeispiel:

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Schweigt der Menschen laute Lust:
Rauscht die Erde wie in Träumen
wunderbar mit allen Bäumen,
was dem Herzen kaum bewußt,
alte Zeiten, linde Trauer,
und es schweifen leise Schauer
wetterleuchtend durch die Brust.


Text: Joseph von Eichendorff (1826)
Musik: Classic Rocks © 2011
Interpretin: Jule Heenen

Jule

Über die Interpreten
Dieses Lied ist wie geschaffen für Jules sanfte Stimme. Romantik pur!
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Mondnacht

Hörbeispiel:

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Lioba

Es war, als hätt' der Himmel die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer von ihm nun träumen müsst.

Die Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis' die Wälder, so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.

Text: Joseph von Eichendorff (1837)
Musik: Classic Rocks © 2010

Interpretin: Lioba Wagener

Über die Interpreten
Auch Lioba Wagener ist Schülerin der Liebfrauenschule Mülhausen. Im Gegensatz zu den anderen jugendlichen Mitwirkenden besuchte sie zum Zeitpunkt der Aufnahmen allerdings schon die Oberstufe. Das Lied wurde in einer anderen Version bereits auf der Neuen Liedersammlung veröffentlicht. An der Fiddle hört man erneut Mat Williams (s.o.), an den Drums Ian Watts (Mikes musikalischer Partner, Produzent und treibende Kraft hinter der Nursery Rhyme Collection)

Beschreibung
Joseph von Eichendorff (1788 - 1758) gilt als einer der herausragenden Vertreter der deutschen Romantik, zusammen mit Novalis, Brentano, Achim von Arnim, Kleist, E.T.A. Hoffmann und anderen. Dieses Gedicht ist eines seiner bekanntesten und wurde oft vertont, u.a. von Robert Schumann. Unsere Version geht musikalisch in eine weniger ernste, dramatische Richtung sondern orientiert sich stilistisch eher am angelsächsischen Folk.

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Der Mond ist aufgegangen

Hörbeispiel:

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Der Mond ist aufgegangen.
Die gold'nen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget.
Und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel, wunderbar.



Text: Mathias Claudius
Vertonung: J.A. Peter Schulz,
Bearbeitung: Classic Rocks © 2010

Interpret: Adam Lovac

Wie ist die Welt so stille,
und in der Dämm'rung Hülle
so traulich und so hold
als eine Stille Kammer,
wo ihr des Tages Jammer
verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil uns're Augen sie nicht seh'n

Über die Interpreten
Bei dieser Version handelt es sich um die erste professionelle Tonaufnahme von Adam Lovac. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen war er 11 Jahre alt. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir die außergewöhnliche Musikfamilie der Lovacs entdeckt haben und hoffen, dass ihr Talent sehr bald einem größeren Publikum zugänglich gemacht wird!
Zum Hintergrund des Liedes
Dieses berühmte Volkslied basiert auf einem Gedicht von Mathias Claudius (1740 - 1815). Viele Komponisten haben dieses hochpoetische Gedicht vertont, darunter so bekannte Namen wie Carl Orff und Franz Schubert. Die bekannteste Vertonung, die auch wir für unsere Version gewählt haben, stammt von Johann Abraham Peter Schulz (1747 – 1800). Wenn man berücksichtigt, wie populär dieses Lied im deutschen Sprachraum ist, so verwundert es, dass die Melodie in anderen europäischen Ländern zum Teil gänzlich unbekannt ist (so etwa in England). Eine englische Version des berühmten Volksliedes ist vor kurzem auf der Nursery Rhyme Collection erschienen, so dass die Melodie inzwischen zumindest einigen Engländern bekannt sein dürfte.

KERKEN (DE)
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